Die Fundamente des Hauses der FrauenGeschichte

 

Die Fundamente des Hauses der FrauenGeschichte sind:

  1. Die wissenschaftliche Arbeit von Annette Kuhn
  2. Die am Lehrstuhl für Frauengeschichte der Universität Bonn erarbeiteten frauengeschichtlichen Ausstellungen
  3. Die permanente Erweiterung der wissenschaftlichen und organisatorischen Arbeitsplattform für das Haus der FrauenGeschichte
  4. Die Kooperation mit Partnerinnen aus west- und osteuropäischen Ländern
  5. Die Unterstützung einer breiten Frauenöffentlichkeit
  6. Die konzeptionellen und strategischen Folgerungen aus der so genannten "Machbarkeitsstudie"

 

1. Die wissenschaftliche Arbeit von Annette Kuhn

 
Frau Vernunft und Christine auf dem Feld der Literatur  

Das  Projekt "Haus der FrauenGeschichte" ist eng mit der wissenschaftlichen Arbeit von Annette Kuhn verbunden, die zu den bedeutendsten Pionierinnen der historischen Frauenforschung gehört. Als Geschichtsdidaktikerin wurde sie in den 70er Jahren weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Der emanzipatorische Aufbruch der Frauen prägte ihre wissenschaftliche Arbeit seit den 80er Jahren.

Die Bonner Professorin, die 1986 den ersten Lehrstuhl für Frauengeschichte an einer deutschen Universität besetzte, hat entscheidend dazu beigetragen, dass eine "andere Sicht" auf die Geschichte möglich und auch in die Richtlinien für den historisch-politischen Unterricht aufgenommen wurde. In zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen und als Herausgeberin geschichtsdidaktischer und frauengeschichtlicher Periodika arbeitet sie an der Überwindung der tradierten Trennung von Wissenschaft und Weiblichkeit und begründet eine kritisch-feministische historische Erkenntnistheorie.mehr

Sie arbeitete mit am Konzept des Historischen Museums in Frankfurt/Main, in dem Anfang der 80er Jahre erstmalig in Deutschland eine ganze Epoche (1890 bis zur Gegenwart) aus der frauen- und geschlechtergeschichtlichen Perspektive gezeigt wurde.

Als Vorsitzende der Kommission zur Errichtung eines Museums der Arbeit in Hamburg (1986) konnte sie die frauen- und geschlechtergeschichtliche Perspektive in die praktische Realisierung dieses Museums einbringen.

 

 

Ihre 1974 veröffentlichte Einführung in die Didaktik der Geschichte wurde zu dem Standardwerk für Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer.

Unter ihrer Herausgeberinnenschaft erschienen wegweisende Beiträge zur historisch-politischen Friedenserziehung und zu frauengeschichtlichen Curricula.mehr

Mit dem Haus der FrauenGeschichte wird die Arbeit des Lehrstuhls für Frauengeschichte der Universität Bonn fortgesetzt.
( Artikel im Freitag vom 7. April 2000)

 

 

2. Die am Lehrstuhl für Frauengeschichte der Universität Bonn erarbeiteten frauengeschichtlichen Ausstellungen 

Äußerst erfolgreiche Ausstellungen zur spätmittelalterlichen-neuzeitlichen und neueren Geschichte aus Frauensicht wurden am Lehrstuhl für Frauengeschichte der Universität Bonn erarbeitet und oft in Zusammenarbeit mit dem FrauenMuseum in Bonn erstmalig realisiert. Hier finden Sie den aktuellen  Bestellschein für Publikationen

 


Stadt der Frauen. Szenarien aus der spätmittelalterlichen Geschichte 

Frauenleben in der NS-Zeit,

Hundert Jahre Frauenstudium,

POLITEIA-Ausstellungen zur deutschen Nachkriegsgeschichte.  

               

Das über Jahrzehnte währende Interesse an diesen frauengeschichtlichen Ausstellungen unterstreicht das Bedürfnis nach der Sichtbarmachung der Geschichte aus Frauensicht.

 

 
Das Streitgespräch der vier Königinnen
 

3. Die permanente Erweiterung der wissenschaftlichen und organisatorischen Arbeitsplattform für das Haus der FrauenGeschichte.

Aufgrund einer Interessentinnen-Befragung im Frühsommer 2003 wurde eine Kompetenz-Datei  erstellt, die die gezielte Einbindung von kompetenten Frauen in die weitere wissenschaftliche, didaktische und organisatorische Arbeit des Hauses der FrauenGeschichte ermöglicht.

Die Erarbeitung des Konzepts für das Haus der FrauenGeschichte  findet  in Kommunikation mit einer immer breiteren Fachfrauen-Öffentlichkeit statt. Dazu werden die Ergebnisse der internen Arbeitsgruppe in  periodischer Folge auf Arbeitstagungen diskutiert. 

Im Oktober 2004 wurde das erkenntnistheoretische, geschichtswissenschaftliche und -didaktische Konzept für das Haus der FrauenGeschichte im Rahmen des Symposiums "Wünschbarkeit und Machbarkeit eines Hauses der FrauenGeschichte" der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Veröffentlichung mit den Ergebnissen der so genannten Machbarkeitsstudie, daraus folgenden konzeptionellen und strategischen Folgerungen sowie Berichten vom Symposium ist derzeit in Vorbereitung.     

4. Die Kooperation mit Partnerinnen aus west- und osteuropäischen Ländern:

Das Konzept des  Hauses der FrauenGeschichte steht in einem europäischen Kontext. Daher wurden bereits in der Planungsphase "Lernpartnerschaften" mit Frauen aus west- und osteuropäischen Ländern geschlossen. Das erste "Lernpartnerschaftstreffen" auf europäischer Ebene fand im November 2003 in Bonn statt. Auch beim Symposium im Oktober 2004 waren "Lernpartnerinnen" aus diversen Ländern anwesend.

Im April 2005 fand in Athen ein weiteres Treffen mit unseren Lernpartnerinnen aus Dänemark, Spanien, Griechenland, Island und Österreich statt. Schwerpunkte dieses Treffens waren a) in Anlehnung an das für Raum 6 gewählte Leitzitat von Cordelia Edvardson Sitzungen zum Thema: "To Put the World Together - The Politics of Women and Fascism 1938 - 1958" sowie b) die Auswertung von Museumsbesuchen in Athen unter dem Fokus der Lernpartnerinnenschaft: "Making Women´s History Visible in Europe".  mehr

5.  Die Unterstützung durch eine breite Frauenöffentlichkeit

Das Projekt "Haus der FrauenGeschichte" wird seit seiner Bekanntmachung von einer breiten Frauenöffentlichkeit unterstützt. 

Rund 6.000 Frauen forderten mit ihrer Unterschrift die Gründung eines Hauses der FrauenGeschichte. 

Die erste Spenden-Aktion des Hauses der FrauenGeschichte hat die erfreuliche Summe von ca. 10.000 €  eingebracht. Aus den Überweisungen unserer Spenderinnen und Spender und den Erträgen aus dem Verkauf unserer "Publikationen zur FrauenGeschichte" finanzieren wir in der aktuellen Grundsteinlegungsphase die laufenden Verwaltungsarbeiten. Wer das Projekt "Haus der FrauenGeschichte" unterstützen möchte, wird um die Überweisung  einer Spende zur "Grundsteinlegung" auf das Vereinskonto "Haus der FrauenGeschichte e.V." bei der Sparkasse Bonn, BLZ 38050000, Kontonummer 22.002.885 gebeten.

 

6. Die konzeptionellen und strategischen Folgerungen aus der "Machbarkeitsstudie"

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung wurde von den Historikerinnen Bettina Bab und Monika Hinterberger eine zweiteilige "Machbarkeitsstudie" durchgeführt, deren Ergebnisse im Rahmen des Symposiums "Wünschbarkeit und Machbarkeit eines Hauses der FrauenGeschichte" im Oktober 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse der Studie und des Symposiums ist derzeit in Vorbereitung.

Erhebung des Ist-Zustandes von FrauenGeschichte in Museen

Trotz der umfassenden einschlägigen Literatur zum Thema öffentlicher Präsenz von frauen- und geschlechtergeschichtlichen Sichtweisen und Perspektiven in Museen gab es bisher keine systematische Erfassung der frauen- und geschlechtergeschichtlichen Präsentationsweisen in Museen.  Eine solche Erhebung wurde nun von uns durchgeführt. Dazu wurden die wichtigsten historischen Museen in der Bundesrepublik und ausgewählte Museen in europäischen Partnerländern und in den USA untersucht. 

Konzeptionelle und strategische Folgerungen

Wie die Ergebnisse der "Machbarkeitsstudie" eindrücklich belegen, stoßen die vielfältigen Anstrengungen zu einer geschlechtergerechten Darstellung der Geschichte in den historischen Museen sowohl auf der institutionellen als auch auf der konzeptionellen Ebene an immanente Grenzen. Vorhandene Potenziale bleiben so häufig nur ungenügend genutzt. Über die Einrichtung eines eigenständigen Hauses der FrauenGeschichte, das gründungsgeschichtlich und konzeptionell dem Ziel der geschlechtergerechten Präsentation der Geschichte verpflichtet ist, können  vor diesem Hintergrund wichtige Impulse gegeben werden.   

Nachweis der "Machbarkeit" des geplanten Hauses der FrauenGeschichte unter finanziellen Gesichtspunkten.

Die Notwendigkeiten und Möglichkeiten einer realistischen Finanzierung für Gründung und Betreibung eines Hauses der FrauenGeschichte  in Bonn werden geprüft.