Das Konzept

Die Arbeit des Hauses der FrauenGeschichte wird von den folgenden Prinzipien geleitet:

Geschichtstheoretische Grundlagen des Hauses der FrauenGeschichte sind:

  1. Alle Geschichte ist Geschichte von Frauen und Männern. Diese einfache geschichtstheoretische Prämisse ist für die historische Präsentation in einem Haus der FrauenGeschichte maßgeblich und folgenreich.
  2. Geschichte wird verstanden als eine Spiralbewegung in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eng miteinander verbunden sind. Mit dem grundlegenden Verständnis von Geschichte als historische Veränderung in der Spirale der Zeit werden die zirkuläre Vorstellung von Zeit als der ewigen Wiederkehr des Gleichen und die Vorstellung von Zeit als linearem Fortschritt (beides patriarchal geprägte Geschichtsvorstellungen) unterlaufen.
  3. Die spiralige Kontinuitätslinie wird durch die Sichtbarmachung der Entstehung, der historischen Durchsetzung und der Veränderungsformen des matriarchalen Musters innerhalb eines Prozesses der zeitgleichen Patriarchalisierung beleuchtet. So wird die Vorrangigkeit der frauen- und geschlechtergeschichtlichen Sichtweise bei der Wahrnehmung der historischen Zeit in einem Haus der FrauenGeschichte erkennbar.
  4. Das Konzept des Hauses der FrauenGeschichte folgt der SPIRALE DER ZEIT, auf der die folgenden sieben historischen Räume geöffnet werden:

Raum 1: Matriarchale Kulturen > 40 000 - 3000 v.u.Z.

Raum 2: Frauen in der Begegnung der Kulturen > 3000 v.u.Z. - 1350

Raum 3: Frauenwege in die Moderne > 1350 - 1550

Raum 4: Frauenbewegungen in Europa > 1550 - 1850

Raum 5: Geschlechterdemokratie in Deutschland > 1850 - 1938

Raum 6: Frauenpolitik und Faschismus > 1938 - 1958

Raum 7: Visionen und Konzepte der Einen Welt

Die Auswahl eines Leitbildes, eines Symbols, eines Leitzitates und der Inszenierung eines zeittypischen Ereignisses für jeden Raum dient der Beleuchtung bisher verborgener, aus der frauen- und geschlechtergeschichtlichen Perspektive aber historisch konstitutiver Kontexte.